Kaninhop im ZDF-Fernsehgarten

Von Anfang an schwebte ihm vor, dass man auf einem drei bis vierbahnigen Hindernisparcours einen kleinen Wettkampf mit zwei Vorläufen und einem Finale zeigen sollte. Die Sendezeit für die Vorführung sollte ca.5 Minuten betragen. Anfangs waren wir nicht so sicher ob diese Wünsche umsetzbar sind, auch ging die Anzahl unserer Hindernisse schon an die Grenzen. Nach einigen Überlegungen kamen wir zu dem Schluss, dass es möglich sein könnte. Durchläufe auf einer Doppelbahn wurden als Minimum abgemacht. Erst gegen Ende des Telefonates kamen wir zu dem geplanten Sendetermin, als ich hörte, dass dieser schon am 24.7. sein sollte, lag mir schon eine Absage auf der Zuge, da in diesem Wochenende die 14. Lippische Jungtierrallye und die JHV der Trägervereins des Rassekaninchenzuchtforums e.V. in meinem Kalender stand. Auch wollte der Mann vom ZDF auch noch eine größere Anzahl an Startern haben.
Also war der Abend mit vielen Telefonaten und E-mails ausgelastet. Meine Zuchtfreunde vom ostwestfälischen Widderclub und auch vom Trägerverein des RKZ-Forums, meinte, dass man sich einen solchen Auftritt nicht entgehen lassen sollte und haben mich von meinen Aufgabe an diesem Wochenende entbunden und diese unter sich aufgeteilt.
Durch eine einsprechende „Rundmail“ kamen umgehend Rückantworten unserer „Kaninhopper“, dass die meisten an diesem Wochenende nicht im Urlaub sind und nach Mainz fahren könnten.
Als nächstes mussten noch für „Verstärkung“ gesorgt werden. Durch die Forumfreundschaft zu Nobert Rösch, dem LV-Schriftführer von Rheinland-Pfalz, konnten wir aus dem KV Mainz 10 Jungzüchter verpflichten, die beim Aufbau der Hindernisbahn helfen wollte.
Der Wunsch des ZDF, weitere „Kaninhopper“ zur Verstärkung unserer Gruppe zu bekommen, stellte sich als ein größeres Problem heraus, da viele an diesem Wochenende in Erding starteten. Ein Anruf bei dem Wettkampfleiter auf der Bundesschau 2010, Carsten Hirsch, brachte dann den Durchbruch um auch dieses Problem zu lösen.
Am 21.7.kam dann der Anruf des ZDF´s. Man nun endgültig in der Programmkonferenz beschlossen hatte, dass wir in der Sendung auftreten sollten. Nun ging die Planung in die heiße Phase. Alle Vorplanungen mussten nun bestätigt werden, für die Starter mussten einheitliche T-Shirts bestellt werden. Wir mussten uns einen Bulli mit Anhänger zum Transport der Teilnehmer, Kaninchen und Hindernisse besorgen. Dank Norbert Rösch, Landesjugendleiter Walter Hennemann und Sandra Roßkopp konnten viele Dinge in Mainz geregelt werden. Neben den Jungzüchtern, brachte man uns Gehege für die Tiere zum ZDF-Gelände und auch die Übernachtung der Tiere im Vereinsheim des P54 Mainz-Benzheim wurde geklärt.
Bei Telefonaten in den späteren Tagen, kam man zu dem Schluß, dass die geplanten 13 Starter und 15 Kaninchen vom W147 Hörstmar für die Sendung reichen würden und wir nicht auf die Verstärkung aus Baden-Würtenberg zurückgreifen müssten.

Anreise und Proben

Früh am Morgen ging es dann am Samstag auf die Reise nach Mainz. Nachdem wir quer durch das Lipperland die einzelnen Starter und Kaninchen eingesammelt hatten ging es auf die Autobahn.
Leider mussten wir zwei Starter wegen einer Magen-Darm-Grippe Zuhause lassen, die restlichen 13 Teilnehmer hatten auf der Anreise schon gute Laune und viele Unterhaltungen.
Wie geplant kamen wir um 11 Uhr im Fernsehgarten an, der uns zugewiesene „Sportplatz“ wurde von uns gleich mit Beschlag belegen. Wir bauten unsere Hindernissbahnen auf. Schnell zeigte sich, dass sich unsere Planung von vier verkürzten Bahnen mit unseren Hindernissen realisieren ließ.
Die für uns zuständigen Mitarbeiter waren mit diesen Ideen zufrieden. Für uns war ein Zelt mit Bierzeltgarnituren aufgebaut worden, für unsere Kaninchen, lagen Äpfel, Möhren und Wasser bereit.
Wir begannen damit die Tiere auf die bevorstehenden Proben vorzubereiten und an das Gelände zu gewöhnen.
Auch unsere Unterstützung aus Mainz kam rechtzeitig zum ZDF-Gelände. Schnell waren die Gehege für die Tiere aufgebaut und die Kinder in ihrer Aufgaben eingewiesen.
Auch der KV-Mainz hatte für seine Teilnehmer einheitliche T-Shirt machen lassen, die die Mainzer als Kaninhop-Assistenten auswiesen.
Um 13.30 Uhr rollte ein Tross aus Kameras, diverser Technik und ZDF-Mitarbeiter zu unserem Standort und die ersten Probeaufnahmen begannen.
Unzählige Kabel wurden verlegt, Minikameras auf dem Parcours verteilt und es wurde versucht ein Helmkamera an einem Geschirr zu befestigen. Zwischenzeitlich hatten wir schon festgestellt welche Tiere, sich am besten an die ungewohnte Umgebung gewöhnt hatten uns am Auftritt teilnehmen sollten.
Es wurden verschiedene Varianten durchgespielt, wie die Teilnehmer das Gelände betreten sollten, wie das Interview und der Wettbewerb ablaufen sollten. Als zusätzliche Deko hatte das ZDF noch Startschilder und Ziele erstellt.
Ab 16 Uhr begann dann die Generalprobe, nun bekamen wir das ersten Mal Andrea Kiewel zu sehen und zu sprechen. Außer dem „Einmarsch“ der Teilnehmer gab es keine großen Änderungen zu den vorhergegangenen Proben. Anschließen konnten wir das Gelände verlassen und unsere Tiere im Vereinsheim des P54 Mainz-Benzheim unterbringen und in unser Hotel einziehen.
Am Abend bot uns Walter Hennemann eine Führung durch die Mainzer Altstadt und zeigte uns zahlreiche Mainzer Sehenswürdigkeiten. Anschließend wir nahmen ein gemeinsames Abendessen ein.

Sonntag, Tag der Livesendung

Bereits früh am Morgen mussten wir frühstücken und unsere Tiere holen, da bereits um 8.20 Uhr noch ein paar Bilder für den Vorspann der Sendung gedreht werden sollten. Anschließend war „Aufwärmen“ der Tiere und Warten angesagt. Da unser Beitrag schon gegen Anfang der Sendung eingeplant war, mussten wir nicht so lange warten.
Dieses Mal präsentierte sich Andrea Kiewel im „Hasenkostüm“, passend zum Auftritt. Es wurden einige Fragen an die Teilnehmer gestellt, denen man die Aufregen ein wenig ansah und anhörte. Anschließend wurde der Wettkampf durchgeführt.
Im ersten Durchlauf war „Susi“ von Jasmin Löffler Vorrundensieger. Im zweiten Durchlauf konnte sich „Lilli“ von Angelique Jansen durchsetzen. Im anschließenden Finale, war es wieder „Susi“, die als erste das Zielhindernis übersprang.
Susi erhielt zum Abschluss die „goldene Möhre“ und Lilli eine silberne Möhre überreicht.
Nach dem Auftritt sahen wir uns noch die anderen Dinge an, die in der Sendung gezeigt wurden, packten unsere Hindernisse und Tiere ein und machten uns auf dem Heimweg.
Am frühen Abend hatten alle Tiere und Teilnehmer wieder gesund und munter ihre Heimat erreicht.

Nachbetrachtung


Natürlich sorgt ein Auftritt im Fernsehen immer für Gesprächsstoff. Es hat sehr vieles positives Resümee zu dem Auftritt gegeben, aber auch Kritik über die man nachdenken sollte.
Größtenteils haben Laien und auch Züchter sich über diese Sendung lobend geäußert. Einige Kaninhopper kritisierten, dass es in dem Wettkampf nur um die Geschwindigkeit ging und Fehler unberücksichtigt blieben. Auch wurde nicht über die beteiligten Vereine und den ZDRK gesprochen.
Leider hatten wir wenig Einfluss auf diese Dinge. Wir konnten zwar Einfluss darauf nehmen, dass die Kameras nicht zu nahe an die Tiere geführt wurden und dass das Publikum während der Durchgänge etwas leiser war, aber da stießen wir dann schon an unsere Grenzen. Hinweise, dass sauberes Springen, wenn auch etwas langsamer wichtiger ist, als Schnelligkeit mit entsprechenden Fehlern, wurde leider nicht aufgenommen. Für einen Laien wäre es auch nicht in so kurzer Zeit erklärbar gewesen, warum nicht das schnellste Tier der Sieger ist.
Wir hoffe mit diesen Auftritt trotzdem eine gute Werbung für unser Hobby gemacht zu haben.

In der ZDF-Mediathek ist der Beitrag unter folgenden Link zu sehen:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/204#/beitrag/video/1392366/Kaninhop-im-Fernsehgarten

Bericht und Bilder (c)2011 Kai Sander